Werbung an Schulen – ein Beitrag des NDR lässt tief blicken

Wo das Geld für Bildung fehlt, dürfen Unternehmen ihr Wissen an die Kinder bringen und so Werbung in eigener Sache machen.
Werbung an Schulen? Völlig legal und ohne Kontrolle der Inhalte? Ein kritischer Beitrag von Panorama Nord des Norddeutschen Rundfunk zeigt den Kundenberater im schulischen Unterricht.

Und die professionellen Sponsoringberater ziehen das Fazit:

  • Imagegewinn. Bildungssponsoring heißt Imagepflege und Imagegewinn bereits beim jungen Menschen und bewirkt die frühe, auch emotionale Hinführung zu Produkten oder Produktnamen, ohne penetrant sein zu müssen und damit rechtliche Bedenken auszulösen.
  • Unverhältnismäßig hoher Wirkungsfaktor. Der durch Bildungssponsoring erzielte Wirkungsfaktor ist unverhältnismäßig günstiger als ein reiner Sponsorship im Kultur-, Sozial- oder Sportbereich, weil die Adressatengruppe viel gezielter ausgewählt und angesprochen werden kann. Der Streuverlust minimiert sich. Die Schüler können nicht weglaufen oder die Werbung wegzappen.

Und die (Bildungs)Politik? Sie sieht hier keinen Handlungsbedarf, so lange „überhaupt was gelernt wird“ und verkennt doch, was es ist: Kundenfang im Klassenzimmer und eine frühzeitige Markenprägung ganz legal in der Schule.

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2 Kommentare zu Werbung an Schulen – ein Beitrag des NDR lässt tief blicken

  1. ich sagt:

    Es macht doch einen Unterschied ob ein profitorientiertes Unternehmen wirbt oder eine NGO!
    Also schlechter Kommentar!

  2. mehlboggxer sagt:

    Werbung an Schulen:
    Der Beitrag ist (wie oft bei Panorama) unseriös produziert. Der AOK-Vertreter in der Schulklasse wird lediglich an Stellen zitiert bzw. im O-Ton widergegeben, die der thematisch-tendenziellen Zielstellung der Redaktion/Autoren entsprechen. Aus dem Zusammenschnitt der Szenen in der Schulklasse kann und darf überhaupt keine Schlussfolgerung zu Motivation, Didaktik, Wirkung des AOK-Mannes erfolgen. Diese Szenen sind vollkommen willkürlich ausgewählt und positioniert. Was der “AOK-Lehrer” sonst noch weitergab (allgemeinbildende Fakten zu Strukturen der Kranken- und Sozialversicherung, namentliche Nennung von Mitbewerbern, Kriterien zur Krankenkassenwahl…) wird ausgeblendet und ist für den TV-Konsumenten nicht nachvollziehbar. Tendenziös und Subjektiv bezeichnet man solche vorgehensweise. (Was machen den Werbefachleute, was nicht auch Journalisten beim NDR tun?!)
    Es erscheint zwar nur als Nebensatz, ist aber der Hauptaspekt, was der niedersächsische Landesvertreter äußert: “Solange keine vordergründige und schwerpunktmäßige Werbung vorliegt, sei nichts gegen solche Veranstaltungen einzuwenden…”. Da hat er doch Recht. Und das Zitat aus dem (Schul)Gesetz pflichtet dieser Sichtweise auch bei: Es ist nicht verboten sondern ausdrücklich erlaubt. Also genause legal, wie Falschmeldungen, Verdrehungen, Hetzbeiträge, ideologische Aigitation und Propaganda durch NDR-Sendungen, die unter dem (Deck)Mantel der Pressefreiheit Missbrauch an der Wahrheit betreiben.
    Nach der Panorama-Stringenz hat dann auch Presse, TV, Radio… nichts an der Schule zu suchen. Vielleicht wird ja bald auch die Initiative “ZISCH” (Zeitung in der Schule) auf den Index der für unsere investigativen Meinungspräger üblichen Verdächtigen gesetzt?! Wenn Greepeace oder BUND in die Schule gehen, Schwulen- und Lesbenverbände sich präsentieren…, macht Panorama bestimmt nicht solch ein Gewese. Es geht den Autoren in den Redaktionsstuben de selbsternannten Moralwächter nicht um Werbung an der Schule sondern darum, WER Werbung an der Schule macht. Das Feindbild sind die Vertreter der Wirtschaft. Poliitsche und gesellschaftsengagierte Gruppierungen bestimmter Coleur stehen offensichtlich nicht im kritischen Blickfeld der Anti-Werbung-in-der-Schule-Verfechter.
    Dieser TV-Beitrag ist einfach an den Haaren herbeigezogen, um Sendezeit zu füllen. Wenn öffentliche Finanzmittel zurückgehen, muss es alternative Wege geben, bestimmte wichtige Themen in der Schule zu platzieren. Was wäre das öffentlich-rechtliche TV ohne Werbung?! Welche Krokodilstränen werden hier nur vergossen?! Wenn im öffentlichen Raum (z.B. Schulen) keine Werbung geschehen dürfen soll, muss folgerichtig an anderen Stellen im öffentlichen Raum (ARD-Anstalten, ZDF…) Werbung zurückgedrängt werden. Die TV-Werbung versaut unsere Kinder (auch Erwachsene) mehr als es durch Stippvisiten in der Schule nur im Ansatz geschehen kann. Panorama Nord sollte Themen (in von uns Gebührenzahlern finanzierten Sendeplätzen) platzieren, die wirklich gesellschaftlich relevant sind, von allgemeinem Interesse über verschiedene Bevölkerungsschichten hinweg, die nicht nur Ideologie oder Weltverständnis einiger Meinungsaktionisten bedienen.

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